Wenn aus Ehemaligen
Lehrende werden.
Begeistert bin ich... wenn ehemalige SchülerInnen ihr Wissen weitergeben wollen und an die Schule zurückkehren. In der Kategorie „Was aus ihnen geworden ist“ haben Kollegin Annalena Glashauser und Kollege Norbert Sammer 9 Fragen bereitwillig beantwortet. Erfreulich, wie gern sich beide an ihre Ausbildungszeit erinnern!
Susanne Neubauer - Schulleiterin Physiotherapie
Annalena Glashauser
Dass dies nicht mein Weg sein wird, habe ich erst während des Studiums bemerkt. Ich habe das Bachelorstudium im Jahr 2015 abgeschlossen und direkt mit der Ausbildung an der VPT-Berufsfachschule begonnen. Hier war ich dann bis 2018.
Nach dem Staatsexamen habe meine erste Stelle als Physiotherapeutin im Amedos in Deggendorf angetreten. Nach einem Jahr habe ich in eine heimatnähere Praxis nach Aidenbach gewechselt, in welcher ich bis 2024 tätig war. Anschließend ging’s auch schon an der VPT-Berufsfachschule weiter.
Seit 2022 bin ich nebenbei als Präventionstrainerin tätig: Pilates- und Beckenbodenkurse, Rückenschule sowie prä- und postnatales Personal Training sind die Hauptbestandteile meiner Trainertätigkeit.
Im Interview:
Ich nehme eine Veränderung der Therapeuten- und Patientenrolle wahr. Wo vor einigen Jahren noch ein stärkerer Fokus auf technik- und konzeptbasierten Therapiemaßnahmen erkennbar war, rückt jetzt das aktive Selbstmanagement des Patienten in den Vordergrund. Als Therapeutin sehe ich mich immer weniger als die Therapieausführende und immer mehr als die den Patienten in seiner eigenen Therapie Begleitende.
Erstmal würde ich mich als wohlwollend bezeichnen. Ich kann beinahe allen Situationen etwas Gutes abgewinnen und denke, dass man mit einer positiven Gesinnung seinem Umfeld gegenüber sehr oft richtig liegt. Außerdem würde ich mich als ambitioniert bezeichnen, unter anderem im beruflichen Kontext. Als letztes Wort trifft es „neugierig“ ganz gut: Ich bin interessiert in vielen Themen und kann mich für Neues schnell begeistern.
Die Schule ist mit der Zeit gegangen, dadurch ist das Lernen digitaler geworden – was ich sehr schätze. Außerdem sind einige Vorgänge strukturierter als zuvor. Trotzdem ist die familiäre Atmosphäre, die mir schon zu meiner Zeit als Schülerin sehr gut gefallen hat, erhalten geblieben.
Ich wollte damals gerne Stärke zeigen, eine Vorzeigeschülerin sein und immer glänzen. Heute weiß ich, dass man nur weiterkommt, wenn man seine Schwächen erkennt, diese zum richtigen Zeitpunkt zeigt und sich von „Besseren“ umgibt, um von deren Wissen und Können zu profitieren.
Das Ende. Der Moment, als wir nur kurze Zeit nach der letzten Examensprüfung von Lehrkräften, Familien und Freunden mit Musik in feierlicher Atmosphäre im Atrium empfangen wurden war so besonders, dass ich ihn mir gerne in Erinnerung rufe.
Wahrscheinlich würde Staatskunde niemandem fehlen. Ich würde es durch ein praktisches „Starterkit Physiotherapie“ ersetzen: Wie liest man eine Verordnung? Welche Herausforderungen bringt der Fortbildungsdschungel? Wie entscheide ich mich, welche Fortbildung ich mache? Welche Möglichkeiten gibt es als Nebenverdienst? Welcher Verdienst und wie viele Urlaubstage sind normal? Soll ich mich für eine bezahlte Fortbildung beim Arbeitgeber verpflichten? Die Antworten auf diese und noch mehr Fragen musste ich mir selbst erkämpfen, sie hätten mir den Start ins Berufsleben erleichtert.
Ein großes Anliegen ist mir, dass ich als fachkompetent wahrgenommen werde.
Sprache und Ausdruck vermitteln DAS Bild von uns als Therapeuten.
Angekommen, zufrieden und sicher – beruflich wie privat.
Mein Werdegang im Überblick:
- 2015-2018: Ausbildung an der VPT-Berufsfachschule
- 2018-2019: Amedos Deggendorf
- 2019-2024: Praxis ProPhysio Aidenbach
- seit 2022: selbstständige Tätigkeit als Präventionstrainerin
- seit 2024: VPT-Berufsfachschule
Mein Werdegang im Überblick:
- 2003: Abitur
- 2004 – 2007: Ausbildung zum Physiotherapeuten an der VPT Berufsfachschule Bad Birnbach
- 2008 – 2014: Physiotherapeut bei A&M Richter in Pocking
- 2014 – 2021: Teamleiter bei Physiotherapie in der Physioklinik im Aitrachtal
- 2010 – 2021: Betreuung der deutschen Badminton Nationalmannschaft
- Seit 2015 im Lehrerteam der Physioklinik-Akademie für manuelle Therapie und Sportphysiotherapie
Norbert Sammer
2014 hab mich entschieden, einen neuen, beruflichen Weg einzuschlagen und wechselte an die Physioklinik im Aitrachtal. Dort war ich über mehrere Jahre als Teamleiter der Physiotherapie tätig und absolvierte währenddessen auch das fünfjährige Osteopathiestudium. Parallel dazu habe ich mit der Ausbildung zum Fachlehrer für Manuelle Therapie begonnen, die ich dann 2023 (endlich) abschließen konnte.
Seit Oktober 2021 bin ich jetzt als Fachlehrer für die VPT Berufsfachschule tätig und gebe gern mein Wissen in Manueller Therapie, Osteopathie sowie Sportphysiotherapie an die Schüler weiter. Nebenbei arbeite ich als Osteopath und Manualtherapeut in meiner eigenen Praxis und bin immer häufiger als Fachlehrer für Manuelle Therapie an verschiedenen Standorten Deutschlands unterwegs. Als persönliches Highlight empfand ich in diesem Jahr, die deutschen Athleten bei der Jugendolympiade als leitender Physiotherapeut betreuen zu dürfen.